Donnerstag, 21. Januar 2021
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Plötzlich schwebt der Körper in 3D durch den Raum

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Augmented oder auch Mixed Reality kennt man bisher vor allem aus dem Spielebereich. In der Asklepios Klinik Altona allerdings revolutioniert sie gerade die medizinische Behandlung. Dort macht sie aus 2D-Schwarz-Weiß-Aufnahmen 3D-Bilder in Farbe und lässt ganze Körperregionen durch den Raum schweben.

Wenn Prof. Dr. Lars Gerhard Großterlinden eine komplizierte Wirbelsäulen- oder Beckenfraktur vor sich hat, schlüpft er nicht nur in die grüne OP-Kleidung, manchmal setzt er auch eine überdimensionale Brille auf. Die kennt man vor allem von Fans von Online-Spielen. Doch der Chefarzt des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie an der Asklepios Klinik Altona beamt sich nicht in eine virtuelle Welt. „Mit der HoloLens-Brille zoomen wir uns in die Realität hinein“, erklärt er. Über diese Brille können Röntgen-, MRT- oder CT-Bilder dreidimensional und in Farbe als Hologramm in den Raum projiziert werden. Detailgetreu schweben dann Körperregionen in 3D im Raum. „Informationen, die uns durch die Bildgebungsverfahren ohnehin vorliegen, können wir damit viel besser nutzen und zwar direkt während der OP“, erzählt Prof. Großterlinden. Denn, auch das weiß der Chefarzt, um diese Bilder richtig zu deuten und eine punktgenaue OP durchführen zu können, brauchen Ärztinnen und Ärzte ein ausgeprägtes theoretische Wissen und jahrelange Berufserfahrung. „Durch die 3D-Bilder aber wird die Deutung viel einfacher.“ Weiterer Vorteil: Durch die Brille lässt sich auch ganz normal blicken, was ein lästiges Auf- und Absetzen während des Eingriffs unnötig macht. Seit etwa zwei Jahren experimentiert Großterlinden mit diesen Brillen in Kombination mit entsprechender Software. Mittlerweile nutzen er und sein Team Virtual Surgery Intelligence (VSI) von Microsoft und die dazugehörige Brille vor allem im OP. „Wir sehen genau, wo welche Nervenbahnen und Strukturen verlaufen und können viel präziser operieren. Das minimiert die Risiken und erhöht die Qualität unserer medizinischen Versorgung“, erklärt der Chefarzt. Damit sind aber längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, auch in der Patientenaufklärung lässt sie sich einsetzen, um Laien einen Eingriff sehr plastisch zu erklären, ebenso in der Aus- und Weiterbildung. Und für die Telemedizin eröffnet sie ganz neue Möglichkeiten. Per Videoanruf kann sich dann ein Mediziner live in OPs einschalten, die am anderen Ende der Welt durchgeführt werden. Schon jetzt können über die Brille Arztbriefe oder OP-Berichte diktiert werden. Sind die datenschutzrechtlichen Aspekte gesichert, lassen sich diese ebenso wie die Bilder auch zwischen verschiedenen Ärzten und Kliniken hin- und herschicken. „Diese Technik entwickelt sich ständig weiter und wird die medizinische Behandlung noch revolutionieren“, so Großterlinden

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